Vom IRONMAN zum HYROX Athleten

Warum ich mit 50 noch nicht fertig bin

Ich bin am 17. Januar 1976 geboren. Mit 50 stehe ich nicht am Ende einer Sportlerkarriere, sondern mitten in der nächsten. Der Weg dorthin beginnt nicht mit einer Startnummer, sondern mit dem, was schon als Kind da war: Tennis, Fußball, Thaiboxen, Krafttraining, Laufen. Sport war nie ein Hobby neben dem Leben. Er war die Art, wie ich mich organisiert habe.

Seit 1998 stehen 17 Marathons und rund 20 Halbmarathons in der Bilanz. Bestzeit Marathon: 3:15 Stunden. Bestzeit Halbmarathon: 1:30. Das sind keine Profi-Zeiten. Es sind die Zeiten eines Mannes, der neben dem Training ein Studio aufgebaut, Kunden betreut und trotzdem Jahr für Jahr an der Startlinie gestanden hat.

Die langen Tage

1998 Start beim ersten Marathon. Damals noch ungewollt und nur als Ersatzläufer. Durch das Ereignis wurde ich angefixt und begann immer mehr zu laufen und weitere Marathons zu bestreiten. Ab 2003 wurde aus dem Laufen Triathlon. Über 40 Mitteldistanzen, diverse Olympische Distanzen und seit 2005 zwölf Langdistanz Ironman Rennen von Frankfurt über Lanzarote, Africa, Nizza. Ironman 70.3 in Mallorca, Duisburg, Barcelona, Luxemburg, Zell am See, Gdynia, Kraichgau, Bahrain, Jönköping, Westfriesland. Dazu Volkstriathlons in Ratingen, Willich, Düsseldorf, Köln, Almere, Walchsee. Die kleinen Rennen zählen für mich genauso wie die großen. Dort lernt man Rhythmus, nicht nur Resultate.

Die Ergebnis wodrauf ich besonders stolz bin, kommt von meinem Ironman Langdistanz Rennen in Afrika: 10:03 Stunden, Platz 68 von etwa 2.500. 6 Minuten an der Qualifikation für den Ironman Hawaii vobei geschrammt. 6 Minuten sind im Ziel nichts. Auf 226 Kilometern sind sie eine Entscheidung, die man jahrelang mit sich herumträgt. 2022 wurde ich auf der Mitteldistanz Mallorca Dritter der AK 45. 2024 stand die letzte Langdistanz bei der Challenge Roth an und die Mitteldistanz in Köln. Ab hier habe ich meine Triathlon Karriere an den Nagel gehängt um mich komplett auf Hyrox zu fokussieren.

Wer so viele Wechselzonen gesehen hat, weiß, dass Triathlon nicht nur Schwimmen, Rad und Laufen ist. Es ist Geduld. Die Ausdauer wird langsam aufgebaut, die Kraft auf dem Rad gesteigert. Wo am Anfang jeder Wettkampf ein Krampf war, wurde es später zu Routine und ein geplanter Kampf um die Verbesserung in jeder einzelnen Disziplin. Die Rennen wurden mit der Erfahrung klüger gestaltet, statt leichtsinnig die Chancen verspielt.

Schlamm, dann acht Stationen

Parallel dazu kamen ab 2013 die Hindernisläufe: zwölfmal Spartan Race, StrongmanRun, Tough Mudder. 2016 und 2017 habe ich selbst als Spartan-Trainer gearbeitet. Der Körper sollte nicht nur ausdauernd sein. Er sollte etwas können, wenn die Beine schon leer sind. Es sollte mehr Spaß in den Ausdauersport eingebracht werden.

2023 ist Hyrox dazugekommen. Seitdem über 20 Rennen, Solo, Pro und Doubles. Köln, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Maastricht, Heerenveen, Katowice, Paris, Rotterdam, Barcelona, Lyon. Meine beste Solo-Zeit liegt bei 1:15 Stunden in der Single Division. Die beste Pro-Zeit bei 1:24 Stunden in Köln. Im Mixed Doubles mit Larissa Jabali unter anderem Berlin, Köln und Stuttgart, dort 2023 Fünfter der Altersklasse. Eine stetige Steigung die sich von Jahr zu Jahr weiter entwickelt.

Hyrox ist für mich kein Ersatz für den Ironman. Es ist eine komplett andere Sportart die ganz andere Fähigkeiten benötigt. Die Fragen sind aber ähnlich: Wie hältst du die Pace trotz starker Erschöpfung? Wie verpfelgst du dich? Wie baust du das Training in den Alltag ein?

8× 1000m Laufen, dazwischen SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpees, Rudern, Farmers Carry, Lunges, Wall Balls. Alles harte Workouts für sich. Als Verbund mit dem Laufen wird ein Hyrox Wettkampf draus, der dir einiges abverlangt.

Wer aus dem Triathlon kommt, bringt die Ausdauer mit. Was fehlt, ist oft die Kraft unter Ermüdung. Jeder von uns kennt es, je älter wir werden, um so mehr Muskulatur baut dein Körper ab. Beim Triathlon wird zum größten Teil die Ausdauer im Vordergrund gestellt, Muskelaufbau wird durch den enormen Zeitaufwand meist vernachlässigt. beim Hyrox geht es nicht ohne Kraft und Muskulatur. Genau das trainiere ich jetzt spezifischer.

2025 wollte ich es noch mal wissen und stand am Start bei dem Red Bull 400 in Innsbruck. Bergauf, kurz, brutal. Eine Sprungschanze hoch sprinten, weit über der eigenen Laktatschwelle. Es ist schon ein anderes Schmerzprofil als einen Ironman zu absolvieren.

Trainer, der selbst startet

Seit 2002 bin ich selbstständiger Personal Trainer. Holmes Place, dann das eigene Studio in Düsseldorf: erst 50 Quadratmeter, ab 2018 230. Neun Jahre eigene Räumlichkeiten die komplett auf die Betreuung meiner Kunden ausgerichtet waren: Personal Training, Hyrox Kurse, Leistungsdiagnostik, Ernährungsberatung, InBody Analyse. 2021 das Heilpraktiker-Studium. 2023 die Zertifizierung als Hyrox Performance Coach. Wenn ich schon den Sport selber betreibe, warum sollen meine Kunden nicht davon profitieren und aus meiner eigenen Erfahrung lernen.

2026 bin ich nach Paphos ausgewandert und habe die Adam Weiner Coaching Ltd. gegründet. Das Studio in Düsseldorf bleibt Teil der Geschichte. Zypern ist der nächste Abschnitt, inklusive Hyrox Trainingscamps, sowie speziellen Camps für Männer ab 40, die wieder zum Sport finden wollen und ihren Körper wieder auf Vordermann bringen wollen. Mein Antrieb: ein fitteres Ich mit 40. Natürlich soll mein sportlicher Werdegang meinen Kunden ein Beispiel dienen, was im Alter noch möglich ist.

Mein persönliches Ziel für das Jahr 2026:

Erstplatzierung in der AK 50–54 beim Hyrox Pro Doubles in Düsseldorf mit Thorben und eine Erstplatzierung bei der AK 50-54 in einem Hyrox Single Pro. Es sind große Ziele, die es zu erreichen gibt. Aber wer nicht groß denkt, wird sein Ziel nicht erreichen.

Was bleibt

Eine Sportlerkarriere ist keine Gerade. Sie ist eine Sammlung von Startnummern, von denen die meisten niemand sonst kennt. Die sechs Minuten neben Hawaii. Der dritte Platz auf Mallorca. Die derzeitige Bestzeit von 1:15 Stunden beim Hyrox in Rotterdam. Die Doubles, in denen zwei Leute dieselbe Linie überqueren. Die Volkstriathlons am Sonntagmorgen, nach denen man wieder ins PT Studio geht und seine Kunden betreut.

Mit 50 ist die Frage nicht, ob der Körper noch mitmacht. Die Frage ist, ob man noch einen Grund hat, sich die nächsten acht Kilometer Lauf und acht Stationen vorzunehmen. Den habe ich. Und genau diesen Ansatz vermittle ich an meine Kunden. Es ist nie zu spät durchzustarten, fit zu werden oder eine persönliche Bestzeit zu erreichen.

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